gaststtte um 1920

Die Gaststätte und Familie Lehmann um 1910

"Die Kneipe, die ein Dorf rettete."

 

So titelte der Berliner Kurier am Sonntag einen Zeitungsartikel zum 510 jährigen Dorfjubiläum am 24.08.1997. Bereits ein Jahr zuvor berichtete die Zeitung unter „ Wirtsleute hielten ein ganzes Dorf am Leben“ über die Rettung des kleinen Heidedorfes Klingmühl durch die Gastwirtfamilie Griebner, die zusammen mit der Bürgerinitiative Klingmühl, unter Führung von Siegfried Pohlan, für den Wiederaufbau des durch den Bergbau devastierten Ortes kämpfte.

Die Gaststätte um 1900


Als 1031 der deutsche Kaiser Konrad II. die Lausitz von den Polen zurückeroberte, sorgte er für die Errichtung fester turmähnlicher Gebäude durch deutsche Edelmänner in den wendischen Dörfern. ¹ In Klingmühl wurde dieses feste Bauwerk, dem späteren Vorwerk des Schlosses Sallgast, als Vorgängerbau der heutigen Gaststätte errichtet. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung stammt vom 1. Mai 1608. Der Gärtner Schwan² wird in einem Verzeichnis der Kirche Sallgast genannt. In den Kirchenbüchern werden die Besitzer meist als „Gärtner auf Schwänchens Gut“ betitelt, ein Hinweis auf den Sitz des deutschen Edelmannes, bzw. auf das spätere Vorwerk. Ein Ausschank entstand um 1840 im heutigen Vereinszimmer, bedingt durch das Wachsen des Dorfes und den Zuzug von mehreren Töpfern. Im Zuge des entstehenden Bergbaus und des weiter wachsenden Dorfes, wurde 1890 der Anbau eines Tanzsaals notwendig. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen 1906 und 1925 erhielt die Gaststätte ihr heutiges Aussehen.³

Der Saal 1925


Mit dem nahenden Tagebau Klettwitz Nord mussten auch die Klingmühler ihre Häuser und Grundstücke Ende der 1980er Jahre verlassen. Nur die Gaststätte blieb vorerst als Versorgungseinrichtung für die letzten Einwohner und die im Tagebau arbeitenden Bergleute geöffnet. Im August 1992 wurde der Tagebau nach kurzem Probebetrieb stillgelegt. „Geisterdorf Klingmühl: Nur in der Kneipe tobt das Leben“, diese Überschrift eines Berichtes der BILD aus dem Jahr 1993 beschreibt die Situation in den 1990er Jahren am Besten. Seit 1996 wurde das Dorf schrittweise wiederbesiedelt. Für ihre Bemühungen um den Wiederaufbau erhielt die Bürgerinitiative um Siegfried Pohlan und Max Griebner 2001 den Konrad-Adenauer-Preis für Kommunalpolitik. Heute bildet unsere Gaststätte, zusammen mit der sanierten ehemaligen Schule und dem neugestalteten Dorfplatz, das Zentrum des neu entstandenen Ortes. Die Wirtin Regina Griebner führt die Gaststätte seit 1985 mittlerweile in der 13. Familien– und in der 6. Schänkergeneration.

gastwirtin anna lehmann und schwiegersohn und nachfolger heinz schmidt 1957

Gastwirtin Anna Lehmann und ihr Schwiegersohn und Nachfolger Heinz Schmidt


Anmerkungen:

  1. 1Vgl. Jungrichter: Aus der Vorzeit und älteren Geschichte von Sallgast
  2. 2Ein Gärtner ist ein Bauer, dem nur seinen „Garten“ als landwirtschaftliche Anbaufläche zur Verfügung steht.
  3. 3Vgl. Griebner: Die Geschichte von Schwänchens Gut in Finsterwalder Heimatkalender 1999, 2000 und 2001


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